Die Lage im Grossraum und in der Region

Ein kleines Dorf im Herzen Siebenbürgens
Quelle: Michael Konnerth (1997): Abtsdorf – ein ehemals deutsches Dorf in Siebenbürgen Seite 19-20

Siebenbürgen, in dem das ehemals deutsche Dorf Abtsdorf liegt, finden wir auf der Landkarte im südöstlichen Mitteleuropa, wo es seit 1918 die Zentralprovinz Rumäniens bildet.

Es umfasst jenen Teil des Karpatenraumes, der von der nahe bei Wien beginnenden und zunächst nach Osten verlaufenden, dann aber in südöstlicher und schließlich in westlicher Richtung abbiegenden Gebirgskette der Karpaten umschlungen wird. Im Westen hingegen wird Siebenbürgen durch das Siebenbürgische Erzgebirge gegen die Ungarische Tiefebene abgegrenzt.

Wie ein schützender Wall legt sich das Gebirge um das Land und verleiht ihm den Charakter einer mächtigen, von der Natur geschaffenen Festung. Als solche bot sie dem Land, vor allem im Mittelalter, Schutz, als Siebenbürgen eine starke, weit vorgeschobene Bastion des Abendlandes gegen die aus dem Osten einfallenden Reitervölker darstellte.

Siebenbürgen hat eine Fläche von rund 62.000 qkm, wodurch es an Größe beinahe der des Freistaates Bayern gleichkommt. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 280 km, die Ost-West-Ausdehnung 310 km. Siebenbürgen ist ein aus jungtertiären Ton- und Sandschichten aufgebautes Hochland, dessen mittlere Höhe bei ca. 500 m liegt. Die Flüsse haben sich tief in die weichen Ton- und Sandablagerungen eingeschnitten und den einstigen Meeresboden in ein Hügelland umgeformt.

Als Karpatenland ist Siebenbürgen ein Teil Mitteleuropas, dem es nicht nur geographisch und klimatisch, sondern auch kulturell angehört. Mit kurzen Unterbrechungen hat Siebenbürgen auch geschichtlich bis 1918, als es an Rumänien fiel, zu Mitteleuropa gehört. Die natürliche Beschaffenheit Siebenbürgens sowie seine Zugehörigkeit zu Mitteleuropa hat wohl am zutreffendsten der bedeutendste Geschichtsschreiber der Siebenbürger Sachsen, Georg Daniel Teutsch, bereits 1858 beschrieben.

Der spätere Sachsenbischof schildert Siebenbürgen als „… ein freundliches Hochland, gering an Größe, doch reich an Schönheiten und Schätzen der Natur. … Im Anschluß an Ungarns nördlichen Bergwall umgeben es von allen Seiten mächtige Gebirgsketten, die Karpaten. … Weithin ins Land hinein siehst Du die vielgestaltigen Felsenkuppen und Zinnen bis 8.000 Fuß hoch und darüber (höchster Gipfel: 2553 m, d. V.), den größten Theil des Jahres mit leuchtendem Schnee bedeckt, in die blauen Lüfte ragen. Mit seinem größten Theil dacht es sich gegen Westen und Südwesten ab; dahin weisen seine bedeutendsten Flußgebiete und führen seine breitesten Täler, während der Gebirgswall nur wenige und schwer gangbare Pässe gegen Mittag in das Tiefland der unteren Donau, gegen Morgen zu den weiten Slawenebenen Rußlands öffnet, also dass der Herr selber das Land auf die Grenze abendländisch-europäischer Bildung hingestellt hat wie ein natürliches Bollwerk zu einer starken Wehr…