Statute der HOG

Aufgaben und Zielsetzungen

Die Abtsdorfer Nachbarschaft in der Bundesrepublik Deutschland wurde im Oktober 1984 auf dem 1. Abtsdorfer Treffen in Dinkelsbühl-Unterwinstätten gegründet. Sie ist eine freiwillige Vereinigung von im westlichen Ausland lebenden Abtsdorfern sowie von Personen, die sich mit Abtsdorf verbunden fühlen.

Die Abtsdorfer Nachbarschaft stellt unter veränderten Bedingungen eine Fortsetzung der im Heimatort gewachsenen nachbarschaftlichen Gemeinschaft dar. Die Nachbarschaft ist politisch und konfessionell neutral und verfolgt keine wirtschaftlichen Ziele. Niemand hat das Recht, die Nachbarschaft für eigene Interessen zu benutzen.

Die Abtsdorfer Nachbarschaft hat den Zweck

  • das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitglieder untereinander und mit der ehemaligen Heimatgemeinde zu pflegen und zu fördern,
  • die Leistungen der Vorfahren und das Leben in der Heimatgemeinde in allen seinen Formen und Ausprägungen zu dokumentieren,
  • alle zugänglichen Kulturgüter der siebenbürgischen Heimat, die zu Abtsdorf in Bezug stehen, zu sammeln, in ihrem Bestand zu erhalten und soweit möglich den nächsten Generationen weiterzugeben,
  • die in der alten Heimat verbliebenen Landsleute im Sinne der Nachbarschaftshilfe im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen.
  • Die Verbindung unter den Mitgliedern der Abtdsorfer Nachbarschaft wird durch das einmal im Jahr erscheinende „Abtsdorfer Heimatecho“ und die im Zwei-Jahres Rhythmus stattfindenden Abtsdorfer Nachbarschaftstreffen gewährleistet.

Der Vorstand wird auf die Dauer von vier Jahren gewählt.

Der auf dem letzten Abtsdorfer Treffen in Unterwinstetten, am 15. September 2018 gewählte Vorstand, weist folgende Zusammensetzung und Aufgabenverteilung auf:

  • Renate Jäger – Vorsitzende
  • Annemarie Gromer – Kassiererin
  • Gerda Henrich – Pressereferentin
  • Martha Welther – Kassenprüferin
  • Meitert Wilhelm – Beisitzer
  • Andreas Bell – Beisitzer

Gründung der Nachbarschaft

Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 hatten sich von den ehemaligen 37 Abtsdorfer Waffen-SS-Angehörigen, die den Krieg überlebt hatten, 21 zum endgültigen Verbleib in Deutschland und Österreich entschlossen. Zu ihnen kamen auch 12 Russlanddeportierte, die in die damalige sowjetische Besatzungszone Deutschlands entlassen worden waren. Von diesen kehrten jedoch zwischen 1947 und 1956 sechs nach Siebenbürgen zurück.
Bei den in Deutschland und Österreich verbliebenen Abtsdorfern handelte es sich durchweg um Einzelpersonen, die weit voneinander verstreut siedelten.
Obwohl in den schweren Jahren der Nachkriegszeit die Bewältigung des Alltags nicht leicht war und die Kontaktaufnahme zu ehemaligen Nachbarn und Freunden auch eine Kostenfrage darstellte, kam es dennoch schon damals zu ersten gegenseitigen Besuchen von Abtsdorfern, die vor allem an hohen kirchlichen Feiertagen oder Familienfesten stattfanden. Später half man sich dann gegenseitig auch beim Hausbau.

Nachdem die 1949 gegründete Landsmannschaft die alljährlichen Heimattreffen der Siebenbürger Sachsen an den Pfingstfeiertagen in Dinkelsbühl ins Leben gerufen hatte, trafen sich auch einige Abtsdorfer in dieser schönen mittelfränkischen Stadt. Einen organisatorischen Rahmen für die Zusammenkünfte der Abtsdorfer gab es aber noch nicht.
Das Bedürfnis, in größerem Rahmen zusammenzukommen, war mit der Auswanderung zahlreicher Abtsdorfer Familien in den 70er und 80er Jahren stark gestiegen. Unter den Auswanderern befanden sich viele junge Menschen, ferner Familien mit Kindern und viele Jugendliche, die in der alten Heimat tagtäglich lebendige Gemeinschaft erlebt hatten.
So wurde der Wunsch nach einem Abtsdorfer Treffen immer lauter.

Zu Pfingsten 1984 fanden dann auf dem Heimattreffen der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl erste vorbereitende Gespräche für ein Abtsdorfer Treffen statt. Man wurde sich schnell einig, dass eine Zusammenkunft der Abtsdorfer mehr als überfällig sei und dass diese noch 1984 stattfinden müsse. Ein dreiköpfiges Organisationskomitee (Otto Pelger, Crailsheim, Mathilde Birthelmer, Stuttgart und Michael Konnerth, Gundelsheim machte sich sofort an die Arbeit: Adressen wurden gesammelt, Ort und Zeitpunkt des Treffens festgelegt, ein entsprechendes Lokal ausfindig gemacht, das Programm zusammengestellt und die Einladungen verschickt (Abb. 293, siehe auch Abb. 302). Um jeden Teilnehmer wurde persönlich geworben. Am 27. Oktober war es dann soweit.

Über den Verlauf des ersten Abtsdorfer Treffens berichtete das „Abtsdorfer Heimatecho“ Nr. 1/1984 unter dem beziehungsreichen Titel „Es war ein schönes Treffen“ ausführlich:

Am 27. Oktober 1984 war der schöne Saal der Gaststätte ‚Waldesruh‘ in Dinkelsbühl/Unterwinstetten für uns ab 10 Uhr geöffnet. 60 Personen hatte man erwartet, 102 waren erschienen. Es gab ein freudiges Wiedersehen. Viele waren sich vor fast 40 Jahren aus den Augen gekommen und standen sich jetzt plötzlich gegenüber. ‚Bist Du es? Du hast Dich kaum verändert! Seit wann bist Du in Deutschland?‘ , so rief man sich zu.
In manchen Fällen war es unerlässlich, nach dem Namen zu fragen, um nachher im vertrauten ‚Du‘ Erinnerungen auszutauschen.
Um 16 Uhr eröffnete Michael Konnerth das Treffen, begrüßte die Erschienenen und freute sich über die Anwesenheit vieler Jugendlicher. Bewegte Worte widmete er den noch in der alten Heimat weilenden Freunden. ‚Wir warten auf sie, wir wollen sie freudig in unsere Gemeinschaft aufnehmen, wenn sie in unsere neue Heimat kommen.‘
Eine kurze Andacht von Pfarrer Michael Kenst leitete über zur Tagesordnung. Michael Konnerth hielt einen ausführlichen Vortrag über Sinn und Stellenwert von Heimatortstreffen, wobei er besonders auf die Rolle einging, die die Gemeinschaft im Leben der Siebenbürger Sachsen im Laufe ihrer 850-jährigen Geschichte gespielt hat. Der Redner appellierte an seine Landsleute, die Werte, die unsere Vorfahren in der alten Heimat geschafften haben, hierher in die Bundesrepublik Deutschland zu verpflanzen und diese hier weiterzupflegen. ‚Gemeinschaft ist auch in der Zerstreuung möglich‘, betonte der Redner. ‚Ja sie ist auch notwendig, so lange es Aufgaben gibt, die nur die Gemeinschaft lösen kann. Alle Anwesenden stimmten dem Antrag zu, eine Abtsdorfer Heimatortsgemeinschaft/Nachbarschaft zu gründen.
Dann wurde auf Vorschlag ein Vorstand gewählt, dem Michael Konnerth, Heinrich Mangesius und Otto Pelger angehören.

Anschließend sprach Michael Konnerth über die vielfältigen Aufgaben der Heimatortsgemeinschaften und Nachbarschaften. Auf die Pflege der Kontakte zur Heimatgemeinde und die Notwendigkeit, eine Dokumentation in Form eines Heimatbuches zu erstellen, wurde besonders hingewiesen.
Um die Not der in Abtsdorf lebenden Landsleute lindern zu helfen, wurde beschlossen, einen Nothilfefond ins Leben zu rufen. Ein Jahresbetrag je Familie von 25 DM wurde gutgeheißen. Er soll auf ein Konto, das zu diesem Zweck eröffnet wird, überwiesen werden.
Nach reger Aussprache wurde der Entschluss gefasst, die Arbeitsgruppe „Abtsdorfer Heimatbuch“ zu gründen. Ihr gehören Michael Konnerth, Heinrich und Wilhelm Mangesius, Otto Pelger, Andreas Schatz, Katharina Schneider, Hanni Schuller und Pfarrer Michael Kenst an. Sie soll die heimatkundliche Arbeit koordinieren und bis Ende dieses Jahrzehnts ein Abtsdorfer Heimatbuch erstellen.
Mit großer Begeisterung wurde der Vorschlag angenommen, ein eigenes Nachrichtenblatt zu schaffen. ‚Abtsdorfer Heimatecho‘ soll es heißen und zweimal im Jahr erscheinen.
Da keine weiteren Wortmeldungen mehr waren, schloss Michael Konnerth 19 Uhr mit Dank die Beratung und die Aussprache. Aber noch viele Stunden blieb man im Gespräch und im Gedankenaustausch beisammen. Katharina Schneider überraschte die Anwesenden mit drei Heimatgedichten, von denen eins in Abtsdorfer Mundart vorgetragen wurde. Die Jugend, aber auch die ältere Generation, schwang das Tanzbein bis spät nach Mitternacht. Wer konnte bei den Rhythmen des von Wilhelm Schatz und Michael Birthelmer geleiteten Orchesters überhaupt noch sitzen bleiben!
Die Zeit verging viel zu rasch. Vier Uhr hieß es aufbrechen. Nach Worten des Dankes an die Organisatoren und die Musikanten, gesprochen von Katharina Schneider, machte man sich mit vielen schönen Eindrücken, aber auch mit viel Wehmut, dass ein so schöner Tag schon zu Ende war, auf den Heimweg.
Es war ein schönes Treffen.
Auf Wiedersehen in zwei Jahren!
(Pfarrer Michael Kenst und Michael Konnerth)“


Mit der Gründung ihrer hier im Westen wirkenden Nachbarschaft am 27. Oktober 1984, die unter veränderten Bedingungen eine Fortsetzung der im Heimatort gewachsenen nachbarschaftlichen Gemeinschaft darstellt, kamen die Abtsdorfer dem von Siebenbürgen her stark ausgeprägten Gemeinschaftsbedürfnis der ausgesiedelten Landsleute entgegen, die zum weitaus größten Teil noch immer unterwegs auf der Suche nach Heimat waren. Die Sammlung in der Zerstreuung entsprach aber nicht nur einem inneren Bedürfnis nach Heimat und Geborgenheit; sie stellte auch einen wichtigen Integrationsfaktor dar.
Es ging damals vor allem darum, die zwischenmenschlichen Verbindungen aller ehemaliger Bewohner von Abtsdorf wieder aufzunehmen und zu pflegen, gleichzeitig jedoch die Kontakte zu den im Heimatdorf Verbliebenen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Auch die Heimathilfe wurde damals schon aufgenommen (Weihnachtsbescherung der Kinder, Paketsendungen an alte und kranke Bewohner in Abtsdorf).
Nicht zuletzt gehörte zu den auf dem ersten Treffen von einem weit blickenden Vorstand formulierten und einer aufgeschlossenen Nachbarschaft gebilligten Aufgaben und Zielsetzungen die „Spurensicherung„, also die Dokumentation des Lebens in der Heimatgemeinde in allen seinen Formen und Ausprägungen und nach Möglichkeit deren Veröffentlichung in einem Heimatbuch; dies obwohl die meisten Abtsdorfer damals noch in Siebenbürgen lebten und die Zahl der Nachkommenden äußerst gering war. Schließlich sollte eines der Ziele heimatkundlicher Arbeit die Pflege des Geschichtsbewusstseins sein, das bekanntlich ein wesentliches Fundament der Integration in der neuen Heimat darstellt.
Die ursprünglichen Aufgaben und Zielsetzungen sind bis heute geblieben, auch wenn die Akzente und Prioritäten, bedingt durch die sich wandelnde Situation der Landsleute in der alten Heimat, im Laufe der Jahre unterschiedlich gesetzt wurden.
Wenn anfangs die Wiederaufnahme und Pflege der Kontakte zwischen den im Westen verstreut siedelnden Landsleuten im Vordergrund stand, bekam ab Mitte der 80er Jahre, mit zunehmender Verschlechterung der Wirtschafts- und Versorgungslage im kommunistischen Rumänien, die Heimathilfe ein besonderes Gewicht, während in den letzten Jahren nach der Aussiedlung fast aller Abtsdorfer die heimatkundliche Arbeit verstärkt ins Blickfeld rückte.

Das Ergebnis dieser Bemühungen bildete die Erstellung des Abtsdorfer Heimatbuches durch Michael Konnerth, das 1997 unter dem Titel „Abtsdorf. Ein ehemals deutsches Dorf in Siebenbürgen“ erschienen ist und das mit dem baden-württembergischen Landespreis für Heimatforschung ausgezeichnet wurde.
HIER MEHR dazu unter: „Heimat als Wiege von Sozialisation“.

Bei ihrer Gründung 1984 gehörten 51 Familien der Nachbarschaft an. Nach und nach konnten fast alle in der westlichen Welt lebenden Abtsdorfer gesammelt und in diese neue Gemeinschaftsform eingebunden werden (2004 insgesamt 160 Familien). Manch alte, lieb gewordene Beziehung zwischen ehemaligen Nachbarn und Freunden lässt sich auf diese Weise weiterpflegen und das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander und mit der Heimatgemeinde wird gepflegt und gefestigt.

Treffen, Treffen, Treffen

Der Erfolg des ersten Abtsdorfer Treffens war so groß, dass in der Folgezeit weitere Zusammenkünfte der Abtsdorfer veranstaltet wurden:

  • 1986 Dinkelsbühl,
  • 1988 Stuttgart,
  • 1990 Ingolstadt,
  • 1992 Waldkraiburg,
  • 1994 Bad Rappenau ,
  • 1996 Neuenburg am Rhein,
  • 1998 Simbach am Inn,
  • 2000 Crailsheim,
  • 2002 Lenting bei Ingolstadt
  • 2004 Stuttgart – Untertuerkheim
  • 2006 Simbach am Inn
  • 2008 Bad Rappenau
  • 2010 Unterwinstetten bei Dinkelsbuehl
  • 2012 Unterwinstetten bei Dinkelsbuehl
  • 2015 Unterwinstetten bei Dinkelsbuehl
  • 2018 Unterwinstetten bei Dinkelsbuehl

Die Abtsdorfer Treffen sind vor allem fürs Wiedersehen gedacht. Das nachbarliche Beisammensein, das Gespräch zwischen Verwandten, ehemaligen Freunden und Nachbarn, denen die vertraute Mundart eine heimische Atmosphäre gibt, das Austauschen von gemeinsamen Erinnerungen, aber auch von hier im Westen gemachten Erfahrungen standen und stehen auch weiterhin im Vordergrund.
Tanz und Unterhaltung wiederum bieten vor allem den Jugendlichen die Möglichkeit zur Knüpfung freundschaftlicher Beziehungen und schaffen die Voraussetzungen für Besuchsmöglichkeiten über weite Entfernungen hinweg.
Bei solchen Zusammenkünften spürt man den Zusammenhalt der ehemaligen Dorfbewohner und stellt fest, dass sich das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit über die Jahrzehnte hinweg erhalten hat.

Was die Abtsdorfer immer wieder zusammenführt, ist der gemeinsame Herkunftsort und die Erinnerung an den in der Heimatgemeinde zusammen verbrachten Lebensabschnitt. Der Freund, der Nachbar, der Schicksalsgefährte bringen Bindungen mit, die von hoher Tragfähigkeit sind. Gemeinsam Erlebtes und Erlittenes bilden einen dauerhaften und festen Hintergrund für das Sich-Suchen der Abtsdorfer in der Zerstreuung.
Die Heimattreffen geben den Menschen eine Nähe und Wärme, die sie in ihren neuen Wohnorten wegen mangelnden menschlichen Kontakten auch Jahre nach der Auswanderung so sehr vermissen. Darüber hinaus vermitteln sie das Bewusstsein, gemeinsam unterwegs zu sein.
Auch die kirchliche Andacht hat einen festen Platz in der Programmgestaltung der Treffen. Sie ist meist auf die Problematik der ausgesiedelten Landsleute zugeschnitten und stellt für diese einen wichtigen Ersatz für den oft wenig ansprechenden Gottesdienst in ihren neuen Heimatgemeinden dar.

Das Abtsdorfer Heimatecho

Wie eingangs bereits kurz angeklungen, wurde das „Abtsdorfer Heimatecho“ auf dem ersten Abtsdorfer Treffen 1984 als Nachrichtenblatt der hier im Westen wirkenden Abtsdorfer Nachbarschaft aus der Taufe gehoben.
Seine Aufgaben hat Michael Konnerth, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur, in der ersten Nummer des Heimatblattes vom Dezember 1984 wie folgt formuliert:

„Das ‚Abtsdorfer Heimatecho‘ ist als Bindeglied zwischen uns gedacht, die wir hier im Westen in der Zerstreuung leben. Es soll aber auch als Brücke zum Heimatort dienen, dem wir uns alle verbunden fühlen.
Dieses Blatt, das zweimal im Jahr erscheinen soll, wurde für all diejenigen eingerichtet, die Interesse am Geschehen unserer Heimatortsgemeinschaft haben. Aber auch die wichtigsten Ereignisse in der Heimatgemeinde werden in ihm nicht fehlen.
Und hier sind wir auch schon bei den Aufgaben des ‚Abtsdorfer Heimatechos‘. Es soll Sie unterrichten und unterhalten, es soll auch lustige Dinge bringen, die sich einst in Abtsdorf zugetragen haben. Es soll aber auch ermahnen und nachdenklich machen. Heimatkundlichen Beiträgen wird der größte Platz eingeräumt werden. Gemeinsam wollen wir die Entstehung und den Aufstieg Abtsdorfs zu einer der blühendsten Gemeinden unserer siebenbürgisch-sächsischen Heimat verfolgen, aber auch das langsame und qualvolle Sterben unserer Heimatgemeinde, in der wohl bald der deutsche Laut und der evangelische Glaube der Vergangenheit angehören werden, soll hier wahrheitsgetreu wiedergegeben werden.“
Und abschließend heißt es: „Möge es diesem Blatt gelingen, alle Abtsdorfer in der Zerstreuung zu sammeln und uns helfen, diese fest in unsere neue Gemeinschaft einzubinden.„


Den oben aufgezeigten Aufgaben ist das „Abtsdorfer Heimatecho“ in den zwanzig Jahren seines Erscheinens voll und ganz gerecht geworden. Es hat sich mit bislang 39 Auflagen und insgesamt 842 Seiten Text als stärkstes Bindeglied zwischen den ausgesiedelten Abtsdorfern und zur Heimatgemeinde erwiesen, gleichzeitig aber auch einen wesentlichen Beitrag geleistet, die über das ganze Bundesgebiet und darüber hinaus verstreut siedelnden Abtsdorfer zu sammeln und in ihre hiesige Nachbarschaft einzubinden.
Unter den Beiträgen des Blattes, das einen Umfang von 16 bis 32 Seiten aufweist, finden sich vor allem heimatbezogene geschichtliche Aufsätze sowie Informationen über Geschehnisse in der Heimatgemeinde im kirchlichen, nachbarschaftlichen, kulturellen und familiären Bereich in der Zeit vor dem Massenexodus der Abtsdorfer 1990 und 1991, und natürlich auch solche aus der hiesigen Nachbarschaft wie Familiennachrichten, Adressenverzeichnisse, Adressenänderungen, Spendenlisten, Berichte über Veranstaltungen, Vorhaben und Ergebnisse der Nachbarschaftsarbeit, ferner Beiträge zu Festen und Feiern, wie beispielsweise zum Muttertag und Weihnachtsfest, u.v.a.m.

Vor allem über die periodischen Zusammenkünfte der Abtsdorfer, über deren Verlauf und die dabei gefassten Beschlüsse wird im Heimatblatt ausführlich berichtet. Aber auch Erlebnisberichte sowie lustige Dinge, die sich einst in Abtsdorf zugetragen haben, fehlen nicht. Nicht zuletzt enthält das „Abtsdorfer Heimatecho“ eine Reihe von Tipps mit Blick auf das Einleben unserer ausgesiedelten Landsleute in die bundesdeutsche Gesellschaft.
Die Auflagenhöhe ist kontinuierlich gestiegen, und zwar von 100 Exemplaren 1984 auf 160 Exemplare im Jahre 2004.
Schließlich erhielt das Heimatblatt am Muttertag 1993 durch die Neugestaltung der Titelseite ein neues Gewand, nachdem sich seit Dezember 1984 weder das äußere Erscheinungsbild noch das Format geändert hatten.
Es ist und bleibt ein vorrangiges Ziel, das „Abtsdorfer Heimatecho“ in Zukunft noch attraktiver und informativer zu gestalten.

Ausblick

Dem geschäftsführenden Vorstand der Abtsdorfer Nachbarschaft wird in den kommenden Jahren die Aufgabe zukommen, die Nachbarschaftsarbeit den neuen Entwicklungen und Tendenzen anzupassen, wobei natürlich auf die reiche Erfahrung ehemaliger Kuratoren und Nachbarväter nicht verzichtet werden darf.

Mit der Herausgabe des Abtsdorfer Heimatbuches ist eine der Hauptaufgaben der Nachbarschaft, nämlich die Erstellung einer Dokumentation über die Heimatgemeinde, weggefallen.
Für Zurücklehnen und Es-sich leicht-Machen ist aber auch in Zukunft kein Platz. Am Erreichten weitermachen ist das, was wir uns in den nächsten Jahren wünschen. Dabei ist uns allen klar, dass alles, was sich nicht Besserwerden und Neuwerden vornimmt, bereits ein Rückschritt ist.

Ein ganz wesentliches Bestreben muss es deshalb sein und bleiben, für die Zukunft Horizonte aufzuzeigen und neue Aufgaben zu stellen. Es müssen immer neue Ziele formuliert und neue Tätigkeitsfelder eröffnet, gleichzeitig aber auch Motive für nachbarschaftliches Engagement geweckt werden.
Nur auf dieser Grundlage kann auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Fortbestand der Abtsdorfer Nachbarschaft gesichert werden.

Anders ausgedrückt:
Solange sich Frauen und Männer finden, die bereit sind, einen Teil ihrer Freizeit der Nachbarschaftsarbeit zu widmen, und solange es Aufgaben gibt, für die sich ehrenamtlicher Einsatz lohnt, wird auch die Abtsdorfer Nachbarschaft weiter bestehen, vorausgesetzt, das Gefühl der Zusammengehörigkeit und das Bedürfnis nach Gemeinschaft bleiben bei unseren Landsleuten auch in Zukunft lebendig.